Ernährungsberatung
Mehr als fünfzig Jahre Ernährungsaufklärung haben dafür gesorgt, dass die Menschen in Deutschland wissen, wie wichtig eine vollwertige Ernährung für die Gesundheit ist. Dennoch essen Menschen anders, als sie sich ernähren sollten. Jeder weiß, wie günstig sich körperliche Bewegung auf Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden auswirkt. Trotzdem sitzen und liegen wir oft oder fahren Auto oder Rolltreppe. Die Deutschen sind eine bewegungsarme Nation.
Man kann es auch sehr eindringlich formulieren: Ohne Ernährung gibt es kein Leben. Die vielen Funktionen, die in einem gesunden Körper ablaufen, benötigen Energie (Kilokalorien), aber auch eine Fülle an Spezialstoffen, die mit der Nahrung aufgenommen werden müssen, wie z. B. Vitamine, Mineralstoffe, Fettsäuren, Eiweiß, Kohlenhydrate oder sekundäre Pflanzenwirkstoffe. Alles muss in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, sonst kommt es zu Funktionsstörungen. Unter- und Übergewicht sind leicht zu erkennen. Aber es kann auch zu Leistungseinbußen kommen, zu Müdigkeit, zu Konzentrationsschwäche und anderen Beeinträchtigungen, die nicht so leicht als Folge der unausgewogenen Ernährung zu erkennen sind. Der Nährstoffbedarf des Organismus steuert nicht wirklich das Essverhalten - abgesehen vom Energiemangel, der sich als Hunger bemerkbar macht.
Ernährung ist nicht gleich Essen
Wir Menschen sagen auch nicht, dass wir uns "ernähren", sondern wir "essen". Das ist ein Riesenunterschied, denn für das Essverhalten sind unsere Essbedürfnisse zuständig, und eben nicht der Bedarf, den wir nicht wahrnehmen können. Wir essen, weil wir den guten Geschmack oder das Zusammensein mit Freunden genießen. Wir essen, weil wir Sonderangebote eingekauft haben. Weil wir uns angewöhnt haben, eine Suppe zu verspeisen. Manchmal essen wir auch nicht, weil wir um unsere "schlanke Linie" fürchten. Es gibt zahllose Bedürfnisse, die das menschliche Essverhalten regulieren.
Und dann passiert es, dass - über die Zeit gesehen - so gegessen wird, dass der Nährstoffbedarf nicht ausreichend gedeckt wird. Zwischen den Bedürfnissen und dem Bedarf entsteht eine Diskrepanz. Der Esser ist zufrieden, aber der Organismus nicht. Denn Essen ist viel mehr als nur Ernährung. Gleichzeitig kann vollwertige Ernährung aber sehr wohl „gutes Essen“ sein.
Kalorienverbrauch und Body-Mass-Index (BMI)
Wenn die Kalorienaufnahme durch das Essen den Kalorienverbrauch des Körpers übersteigt, sammeln sich "Energiereserven" an, es kommt zu Übergewicht. So informiert die Waage, dass mit der Ernährung (oder der Bewegung) etwas nicht stimmt. Ihren Body-Mass-Index (BMI) können Sie mit folgender Formel leicht selbst bestimmen: Der BMI ergibt sich aus Ihrem Gewicht, geteilt durch Ihre Körpergröße zum Quadrat. Ist Ihr BMI kleiner als 20, dann sind Sie untergewichtig, liegt Ihr BMI über 25, dann haben Sie Übergewicht. Ist er größer als 30, dann sind Sie bereits so über gewichtig, dass Sie unbedingt Ihre Pfunde abbauen müssen, um das gewichtsbedingte Gesundheitsrisiko zu entschärfen.
An diesem Punkt setzt die so genannte Ernährungsberatung an. Sie vermittelt Informationen über ernährungsphysiologische, biochemische und allergologische Zusammenhänge der Ernährung und beinhaltet Beratung zur Lebensmittelstruktur, deren Herstellungsprozessen und ggf. auch zu Themen wie Essverhalten, Lebensführung, Körperbewusstsein und Sport. Eine Ernährungsberatung ist vor allem für Personen relevant, die unter Fettsucht leiden.
Die Durchführung kann auch eine Ernährungsanamnese, die Anleitung zur Führung eines Ernährungsprotokolls, einer Nährwert- und Nährwerttendenzanalyse und anderes enthalten.
Diät- und Ernährungsberatung mitsamt der sich ggf. anschließenden Ernährungstherapie nehmen einen festen Platz in der Medizin ein. Personen, die wegen einer angeborenen oder erworbenen Erkrankung einer besonderen Ernährung bedürfen, erhalten individuelle und fundierte Informationen von ernährungsmedizinisch geschultem Fachpersonal.