Sinn und Unsinn von Diäten
Übergewicht entsteht nicht über Nacht und kann deshalb auch nicht über Nacht verschwinden. Vergessen Sie Blitzdiäten und irreführende Werbeversprechungen wie „7 kg in 10 Tagen“. Es hat nie funktioniert und wird einfach es auch in Zukunft nicht.
Bewegungsmangel und falsches Ernährungsverhalten sind die häufigsten Ursachen für überhöhtes Körpergewicht. Die Energiebilanz ist nicht im Gleichgewicht, es werden mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht. Die Folge ist die Speicherung der überschüssigen Energie in Fettdepots. Das in der Kindheit erworbene negative Ernährungsverhalten spielt bei der Entstehung von Übergewicht übrigens eine viel wichtigere Rolle als genetische Veranlagung.
Phantastischen Gewichtsreduzierungen, die in Frauenzeitschriften und Hochglanz-Illustrierten zu finden sind, sollten mit größter Skepsis begegnet werden, denn diese forcieren nur den so genannten Jojo-Effekt. Einige Diäten sind zudem nicht nur unnütz sondern auch gesundheitsschädigend. Aufgrund von einseitiger Ernährung (Monodiäten, etwa Ananas-, Bananen- und Eierdiät) kann es zu Vitamin- und Mineralmangel und deren Folgeerscheinungen kommen. Der Gewichtsverlust, der am Anfang einer solchen Diät zu verzeichnen ist, ist meistens lediglich auf ein Wasserdefizit zurückzuführen.
Blitzdiät und Crashdiät
Blitz- und Crashdiäten haben besonders im Frühjahr Hochkonjunktur, wenn die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken brechen und bange Gedanken an die Strandtauglichkeit des eigenen Bauches und Pos wach werden. Fast die Hälfte aller deutschen Frauen haben bereits eine Kurzdiät hinter sich gebracht, ihr Ausgangsgewicht jedoch nach wenigen Wochen wiedererlangt. Die kalorienreduzierte Diät wird schnell einseitig und fad. Der fatale Nebeneffekt dabei: Aufgrund der zunächst kalorienarmen Ernährung schaltet der Organismus auf Sparflamme. Verfällt man nach der Diät wieder in die normalen Essgewohnheiten, lechzt der Körper förmlich nach jeder einzelnen Kalorie. Das Ergebnis ist dann eine Gewichtszunahme, die sogar weit über das Ausgangsgewicht hinausgehen kann, da der Körper die Fettdepots wieder auffüllt, um für den Notfall – die nächste Diät – gewappnet zu sein. Dies sind vollkommen natürliche Reaktionen unseres Körpers, die noch aus den Urzeiten der menschlichen Existenz stammen.
Um die Pfunde in den Griff zu bekommen, sind hingegen langfristige Ernährungsprogramme zu empfehlen mit einer angemessenen permanenten Änderung der Essgewohnheiten. Essen aus Langeweile und auch zu schnelles Essen soll vermieden werden. Das in der Kindheit erlernte, oft falsche Essverhalten wird bis ins Erwachsenenalter eingehalten. Das gilt es umzustellen, auch wenn es schwer fällt. Vor allem maßloser Fettkonsum sollte eingeschränkt werden.
Man sollte versuchen, eine vollwertige, fettarme Kost nach eigenem Geschmack zu finden. Wählen Sie frische, schmackhafte Lebensmittel, und essen Sie viel Gemüse und Obst. Verteilen Sie Ihre Mahlzeiten auf fünf Portionen am Tag. Obst und Gemüse sind aufgrund ihres Vitamin-, Mineral- und Ballaststoffreichtums besonders geeignet. Mageres Fleisch ist zu bevorzugen, ebenso fettarme Milch und Milcherzeugnisse sowie Vollkornprodukte.
Beim Sandwich ist Streichfett zu vermeiden, stattdessen sei besser ein vegetarischer Brotaufstrich empfohlen. Man kann sein Brot auch einfach mal nur mit Radieschen-, Tomaten- oder Gurkenscheibchen belegen.
Selbstverständlich und bekanntermaßen hat Sport einen sehr günstigen Einfluss auf eine dauerhafte Gewichtsreduzierung und ist mindestens so wichtig wie eine Ernährungsumstellung. Sport erhöht die Energieumsatzrate und baut Stress ab. Ausdauersport, insbesondere wenn er regelmäßig betrieben wird, stabilisiert und normalisiert das Hunger- und Appetitverhalten. Sport verbessert das allgemeine Wohlbefinden und stärkt das Selbstwertgefühl durch Erfolgserlebnisse.
Sport fördert die Motivation und unterstützt somit die Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten.